dr. ridder - orthopädie
 
 
 

 
 
Fortbildung

 

Qualifizierung Musikermedizin

Bis zu 85% der berufsspezifischen Erkrankungen von Musikern sind im Bereich des Bewegungssystems lokalisiert. Musikermediziner müssen daher das Bewegungssystem untersuchen und behandeln können, sowie über spezifische musikermedizinische Erkrankungen und wichtige Aspekte der Musikphysiologie Bescheid wissen.

Die konventionelle orthopädische Untersuchung ist nicht spezifisch genug, um auch Funktionsstörungen aufzuspüren, die störende Auswirkungen auf das Bewegungssystem haben und unter Umständen erst beim Musizieren symptomatisch werden.

Daher vermittelt diese Kursreihe Untersuchungs- und Behandlungsmethoden aus verschieden manuellen Methoden, um eine adäquate Diagnostik des Bewegungssystems von Musikern zu ermöglichen. Neben einem musikerspezifischen Schwerpunktthema, welches charakteristische Bereiche der Musikausübung darstellt, werden Kurs für Kurs sukzessive die einzelnen Instrumente in ihrer Bauweise und Spieltechnik sowie auch in Bezug auf typische Haltungsproblematiken und mögliche Erkrankungsrisiken vorgestellt.

Die Vermittlung musikphysiologischer Kenntnisse und musikermedizinischer Krankheitsbilder komplettieren dieses Kursangebot. 

Kursort:      Freiburg

Referenten: Dr. P.-H. Ridder

                       Fr. Dr. Anke Steinmetz

                       (Lebenslauf + Foto im Anhang)

 

Kurs 1 (K1) Homo musicus - Einführung in die Musikermedizin
Prinzipien der manuellen
Untersuchungstechniken

Ziel des Grundkurses ist es, eine Einführung in die Geschichte sowie in die Problemfelder der Musikermedizin zu geben. Die Berufsgruppe Musiker wird in ihren Besonderheiten vorgestellt. Grundlagen der Instrumentalausbildung und ein genereller Hintergrund des Musikstudiums und der Berufsausübung eines Musikers werden dargelegt.

Grundprinzipien der manuellen
Untersuchungsmethoden, insbesondere der Osteopathie und der Applied Kinesiology werden vorgestellt.

Kurs 2 (K2) Früh übt sich – von Lerntheorien zu Übetechniken

Untersuchung und Behandlung der Wirbelsäule (Manuelle 1)/hohe Streicher (Violine; Viola)   

Einführung in die Übephysiologie, die Prinzipien motorischen Lernens und Übetechniken. Außerdem sollen die Grundvoraussetzungen manualmedizinischer Untersuchung erworben werden mit besonderer Berücksichtigung der Wirbelsäule. Diese grundlegenden manualtherapeutischen Techniken sind sowohl für manuell arbeitende Therapeuten als auch für Allgemeinmediziner und auch Zahnärzte Voraussetzung für das Verständnis der weiteren Kurse. Die Instrumentengruppe der hohen Streicher (Geige/Bratsche) wird unter den Aspekten: Bau und Besonderheiten; Instrumentalhaltung und typische muskuloskelettale Beschwerden und Funktionsstörungen vorgestellt.

Kurs 3 (K3) Die Hand – Werkzeug des Musikers
Tiefe Streicher (Violoncello; Kontrabass)
Die Hand als „Arbeitswerkzeug“ des Musikers wird in ihrer Anatomie und ihren funktionellen Bezügen zur Schulter und dem Rest des Körpers vorgestellt. Untersuchungs- und Behandlungstechniken insbesondere auch der Schultermuskulatur werden theoretisch und praktisch erlernt. Als Instrumentengruppe erfolgt die Vorstellung der Besonderheiten der tiefen Streicher (Cello/Kontrabass).

Kurs 4 (K4) Schneller, höher, lauter – Perfektion in Grenzbereichen der Physiologie

Die Wirbelsäule und das Becken (Manuelle 2)/ Holzbläser 1 (Flöte; Klarinette)
Es werden wichtige Themen aus dem Bereich der Musikphysiologie eingeführt.

Die Untersuchungs- und Behandlungstechniken der Wirbelsäule werden komplettiert. Das Becken wird in Diagnostik und Therapie dargelegt. Die Instrumentengruppe der Holzbläser wird mit den Instrumenten Flöte und Klarinette vorgestellt.

 

Kurs 5 (K5) Zwischen Lust und Frust auf der Bühne – Lampenfieber und Auftrittsangst

Rippen und Thorax/Holzbläser 2 (Oboe; Fagott; Horn)

Lampenfieber und Auftrittsängste gehören zum Alltag eines jeden Musikers. Die Unterschiede sowie Strategien zur Bewältigung von Lampenfieber und Auftrittsangst werden erarbeitet. Vorstellung wichtiger Untersuchungs- und Behandlungstechniken der Rippen und des Thorax. Physiologie der Atmung und besondere Aspekte bei Bläsern – insbesondere der zentralen Rolle des Zwerchfells. Einführung in die Viscerale Osteopathie.

Die Holzblasinstrumente werden mit Oboe, Fagott und Horn komplettiert.

Kurs 6 (K6) Zähne zusammenbeißen und durch - das Kiefergelenk als Ursache muskuloskelettaler Beschwerden
Blechbläser (Trompete; Posaune; Tuba)
Die funktionell anatomischen und orthopädischen Grundlagen des Stomatognathen Systems und seine Auswirkungen auf den Gesamtorganismus sowie die Möglichkeiten der schnellen, interdisziplinären Differenzialdiagnose werden gelehrt und praktisch geübt. Einführung ins Craniosakrale System.

Vorstellung der Blechbläser mit den Instrumenten Trompete, Posaune, Tuba.

Kurs 7 (K7) Der reisende Musicus – das Vegetativum unter Stress
Ernährung & hormonelle Dysregulation/ Tasteninstrumente (Klavier; Orgel)
Die besonderen Belastungen des Musikers auf Tournee werden besprochen, insbesondere die Themenbereiche Ernährung, wie auch instrumentenspezifische Probleme des Reisens. Vertiefung der visceralen Osteopathie sowie Einführung in hormonelle  Dysregulationen.
Die Tasteninstrumente Klavier und Orgel werden vorgestellt.

Kurs  8 (K8) Kinnhalter, Tragegurte, Zusatzklappen – ergonomische Anpassungen am Instrument als Prävention
Manuelle 3/Schlagzeug
Nicht jedes Instrument passt automatisch jedem. Ergonomische Anpassungen können helfen spezifische Belastungen zu reduzieren. Weitere Möglichkeiten zur Prävention von musikerspezifischen Erkrankungen werden dargestellt. Die Untersuchungs- und Behandlungstechniken der Manuellen Medizin werden rekapituliert und komplettiert. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Komplex des Schultergürtels.
Die Instrumentengruppe des Schlagzeugs wird vorgestellt.

Kurs 9 (K9) Körpergefühl und Kinästhesie – Grundlagen motorischer Geschicklichkeit
Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und aus dem Bereich der Inneren Medizin/Zupfinstrumente (Harfe; Gitarre)
Ein gut ausgebildetes Körpergefühl ist die Voraussetzung für Koordination und Geschicklichkeit. Es werden verschiedene Körpertechniken vorgestellt, die die Eigenwahrnehmung verbessern und bereits an vielen Musikhochschulen angeboten werden.  Die Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und ihre Auswirkungen auf den Musiker werden dargelegt. Außerdem gibt dieser Kurs eine Vertiefung in die Möglichkeiten der visceralen Osteopathie sowie der Applied Kinesiology in Bezug auf funktionelle Störungen im Bereich der Inneren Organe. Zusätzlich wird in die Grundlagen der orthomolekularen Medizin eingeführt.

Als Instrumente werden Harfe und Gitarre aus der Gruppe der Zupfinstrumente besprochen.

Kurs 10 (K10) Von Primadonnen und Tenören – die menschliche Stimme
Erkrankungen aus dem Bereich Neurologie, Augenheilkunde und HNO/Gesang
Die menschliche Stimme wird in Physiologie und Besonderheiten bezüglich der Behandlung vorgestellt.

Seminarziel ist außerdem die Darstellung von häufigen Problematiken aus dem Bereich der Neurologie, Augenheilkunde und HNO. Schnuppertechniken aus dem Bereich der AK/Osteopathie komplettieren die schulmedizinischen Möglichkeiten bei funktionellen neurologischen Störungsbildern.

Kurs 11 (K11) Licht aus, Vorhang auf – der Operngraben als Arbeitsplatz
Ergonomie/Kapellmeister & Dirigenten
Die äußeren Bedingungen der einzelnen Arbeitsplätze und die daraus resultierenden Belastungen werden vorgestellt. Ein weiteres Ziel ist die Rekapitulation von funktionellen Zusammenhängen des gesamten Bewegungssystems. Der Kurs vermittelt Konzepte zur Behandlung orthopädischer Störungen bei Musikern und zeigt Parallelen zur Sportmedizin und Trainingsphysiologie auf.

Kurs 12 (K12) Refresher & Abschlusskurs

Zusammenfassung und Wiederholung der wichtigsten Themenbereiche.

 

Lebenslauf von Fr. Dr. Anke Steinmetz:

Studium der Medizin in Heidelberg/Mannheim und Freiburg i. Breisgau. Violinstudium mit künstlerischem Diplom bei Prof. Brian Finlayson und Prof. Helfried Fister in Klagenfurt/Österreich, seitdem fortgesetzte Konzerttätigkeit. Promotion über Kieferdysfunktionen bei Geigern und Auszeichnung mit dem Wissenschaftspreis der DGfMM 2003, sowie mit dem Alice G. Brandfonbrener Award der amerikanischen Musikermedizingesellschaft 2006. Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin an der Klinik für Manuelle Medizin Sommerfeld mit Weiterbildung in Manueller Medizin/Chirotherapie, Akupunktur und Osteopathie. Seit September 2007 Leiterin der Klinikambulanz als Oberärztin mit Musikersprechstunde in Berlin.